Mobbing, d.h. systematische Schikane am Arbeitsplatz, hat regelmäßig das Ziel, den betroffenen Arbeitnehmer dauerhaft von seinem Arbeitsplatz zu verdrängen, ihn zur Eigenkündigung zu treiben. Leider ist häufig zu beobachten, daß Vorgesetzte nicht entschieden genug gegen Mobbing einschreiten - teils aus Unsicherheit, teils aus Beweisschwierigkeiten, teils aber auch, weil die Mobbing-Aktivitäten einem ohnehin geplanten Personalabbau dienlich sind.
Mobbing ist am Anfang sehr schwer zu erkennen, da die Attacken mehr od. weniger "verdeckt" u. intrigant erfolgen. Der Betroffene kann gar nicht glauben, was sich da vor seinen Augen abspielt. Setzen Sie sich gegen Mobbing rechtzeitig zur Wehr und verzichten Sie nicht leichtfertig auf wohlerworbene Besitzstände. Wir unterstützen Sie gern durch ein gezieltes Seminare & Coaching in Sachen Anti-Mobbing-Strategien.
Im folgenden finden Sie - sozusagen als "Erste Hilfe" - einige Anregungen und Tipps, wie Sie sich strategisch gegen Mobbing zur Wehr setzten können. Natürlich hängt deren Umsetzbarkeit immer von Ihrer persönlichen Situation ab und kann deshalb auch nur von Ihnen selbst beurteilt und enschieden werden (siehe auch Haftungsausschluß).
Nehmen Sie Kontakt zu uns auf. Wir beraten Sie gern.
Mögliche Strategien gegen Mobbing:
- Selbstbewußtsein zeigen: Lassen Sie sich durch unsubstantiierte Vorwürfe von Kollegen oder Chefs nicht beeindrucken und rechtfertigen Sie sich vor allem nicht.
- Analyse der Mobbing-Situation: Gehen Sie den Konflikt am Arbeitsplatz aktiv an und analysieren Sie das Mobbing-Geschehen. Oft wird gemobbt, um Personal abzubauen oder eine Stelle neu zu besetzen.
- Mögliche Eigenanteile identifizieren: Überprüfen Sie die eigene Wahrnehmung und überlegen Sie, ob Sie selbst einen Anlaß für das Mobbing-Geschehen gegeben haben könnten, z.B. durch Überschreitung von Kompetenzen etc.
- Gespräch mit dem Mobber (Frühstadium): Sprechen Sie den Verbreiter von Gerüchten etc. konkret an (am besten unter 4 Augen) u. bitten Sie ihn/sie, dies zukünftig zu unterlassen. Drohen Sie hierbei aber bitte nicht. Befindet sich der Konflikt schon im fortgeschrittenen Stadium, hat solch ein Gespräch allerdings oft keinen Sinn mehr und ein entsprechender Gesprächswunsch wird eher als Schwäche ausgelegt.
- Öffentlichkeit herstellen: Thematisieren Sie die Mobbing-Aktivitäten gegenüber Vorgesetzten, Betriebsrat / Personalvertretung und Kollegen. Machen Sie das Mobbing-Geschehen publik und transparent. So kann sich der Mobber nicht mehr verstecken.
- Sich über Mobbing informieren: Verschaffen Sie sich - z.B. durch Besuch eines Seminars - einen Überblick über die Ursachen u. psychosozialen Strukturen von Mobbing am Arbeitsplatz. Auf diesem Weg können Sie sich dann auch mit anderen Betroffenen austauschen und ein eigenes Netzwerk aufbauen.
- Keine "Übererfüllung" von Arbeitspflichten: Versuchen Sie nicht, durch ein kontinuierlich übermäßiges Arbeitspensum allen Anforderungen über das vertraglich geschuldete Maß hinaus gerecht zu werden. Denn Sie brauchen Zeit zur Erholung und zum Aufbau neuer beruflicher Perspektiven. Außerdem erhöhen Stress und Überarbeitung die Fehleranfälligkeit und damit das Risiko einer arbeitgeberseitigen Kündigung.
- Gewinnen Sie Verbündete: Schließen Sie sich mit Kollegen zusammen,die ebenfalls von den Mobbing-Aktivitäten betroffen sind. Dokumentieren Sie positives Feedback zu ihren Arbeitsleistungen von neutralen Kollegen, Kunden, Lieferanten etc.
- Führen Sie ein Mobbingtagebuch: Halten Sie die Mobbing-Vorfälle mit Datum, Akteuren, Zeugen und eigenen Befindlichkeiten fest. Dies macht erstens den Kopf frei und bringt Sie aus der passiven Haltung heraus. Außerdem ermöglicht es eine substantiierte Beweisführung in späteren rechtlichen Auseinandersetzungen um Schmerzensgeld, Schadensersatz und die Abfindung im Falle einer ungerechtfertigten Kündigung.
- Tagesprotokoll über Arbeitsleistungen führen: Da man begonnen hat, Ihre Arbeitsleistungen schlecht zu machen, sollten Sie diese ab jetzt genau dokumentieren. Das gleiche gilt für den ständigen Wechsel von Aufgaben.
- Gespräche mit dem Vorgesetzten: Zielen Sie in diesen Gesprächen auf verbindliche Zusagen und Fristen ab. Beziehen Sie den nächst höheren Vergesetzten mit ein, wenn Ihr direkter Chef untätig bleibt bzw. hinsichtlich des Themas Mobbing am Arbeitsplatz überfordert erscheint.
- Vermeiden Sie Isolation: Halten Sie den Kontakt zu Kollegen und nehmen Sie weiter an betrieblichen Feiern etc. teil. Lassen Sie sich nicht provozieren und isolieren!
- Körperlichen und geistigen Ausgleich schaffen: Finden Sie Entspannung in Ihren Hobbys bzw. im Familien- und Freundeskreis. Je weniger Ihre Gedanken um Ihre berufliche Situation kreisen, um so weniger kann sich das Mobbing am Arbeitsplatz psychisch und physisch auf Sie auswirken.
- Das private Umfeld nicht überlasten: Achten Sie darauf, daß Sie im Familien- und Freundeskreis nicht ständig von den Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz erzählen und kein Ohr mehr für die Bedürfnisse Ihrer Umgebung haben. Sonst verlieren Sie auch die Unterstützung Ihres privaten Umfeldes. Sie könnten sich aber z.B. einer Selbsthilfegruppe anschließen, in der Sie Ihre Sorgen mit anderen Betroffenen teilen können.
- Körperliche Befindlichkeiten ernst nehmen: Wenn Sie durch die Mobbing-Aktivitäten krank werden, lassen Sie sich durch einen Arzt Ihres Vertrauens untersuchen und erforderlichenfalls krankschreiben. Die Mobber danken es Ihnen nicht, wenn Sie sich krank zur Arbeit schleppen und dabei womöglich in Ihren Leistungen noch weiter abbauen. Mehrfache Krankschreibung, d.h. die Dokumentation der (arbeitsbedingten) Erkrankung, sind auf jeden Fall wichtige Indizien im Rahmen eines möglichen Rechtsstreits um Schmerzensgeld und Schadensersatz.
- Neue berufliche Perspektiven entwickeln: Werden Sie sich der wirklich wichtigen Ziele in Ihrem Leben bewußt u. entwickeln Sie frühzeitig berufliche Alternativen. Krisen bieten immer auch eine Chance zur Weiterentwicklung.
